Die Lausitz im Film: Cinematografischer Exkurs durch die aktuelle Filmlandschaft

Auf der Biodiversitätsinsel am Daberner Winkel findet eine Residenz der Sommerfilmakademie Görlitz statt, die sich bewusst der regionalen Geschichte und Gegenwart der Niederlausitz widmet. Im Mittelpunkt stehen die Sagen- und Mythenwelt der Region, eine wertschätzende Begegnung mit Natur und Landschaft durch Permakultur sowie Ansätze einer nachhaltigen, verantwortungsvollen Filmentwicklung.


Die Residenz versteht sich als interdisziplinärer Denk- und Arbeitsraum, in dem filmisches Erzählen mit regionaler Erinnerungskultur, ökologischem Wissen und zeitgemäßen Produktionsweisen in Dialog tritt. Die Teilnehmenden setzen sich sowohl theoretisch als auch praktisch mit Fragen auseinander wie:

Wie prägen Landschaft, Überlieferung und lokale Geschichte unsere Geschichten?

Welche Verantwortung trägt filmisches Arbeiten gegenüber Natur, Ort und Gemeinschaft?


Wie lassen sich nachhaltige Produktionsweisen mit künstlerischer Freiheit verbinden?


Die Biodiversitätsinsel bietet dafür einen besonderen Rahmen: Als lebendiger Permakultur-Ort ermöglicht er eine unmittelbare Erfahrung von Naturkreisläufen, Ressourcenschonung und langfristigem Denken. Gastgeber ist Robert Strauch, Permakulturgestalter, der Impulse zu naturverbundenem Arbeiten und ökologischer Gestaltung einbringt.

Die Residenz richtet sich an Filmschaffende und künstlerisch Forschende, die ihre Arbeit kontextsensibel, ortsbezogen und zukunftsorientiert weiterentwickeln möchten.

Tag 1 – 24.August

Vormittags

  • Ankommen und auf dem Werkhofgarten Kleinkrausnik
  • Führung und Auseinandersetzen mit Prinzipien der Permakultur
  • Einführung Filmworkshop, kurze Vorstellungsrunde, Einleitung ins Thema und
    Ausblick für beide Tage
  • Body Mapping und Sense Writing Übungen, um sich mit dem Ort und sich selbst zu verbinden,
  • Mittagspause, Kennenlernen

    Nachmittags
  • Local Storytelling:
    Ausgehend von Positionen der Konzeptkunst führen wir praktische Kreativübungen durch, die den Blick auf das eigene Umfeld, unsere Beziehungen und naheliegende Geschichten schärfen sollen.
  • Fotoreihe oder Zeichnungen, in denen die Teilnehmenden eine Person, Lebewesen oder Pflanze aus dem Werkhofgarten für eine Stunde genau beobachten und möglichst vielschichtig porträtieren sollen. Es können dazu auch Gedanken für ein mögliches Storytelling notiert werden.
  • Gruppenpräsentation: Die Teilnehmenden kommen zusammen und teilen ihre Erfahrungen und Ergebnisse mit Fokus auf dem künstlerischen Prozess.
  • Denkaufgabe: Die Teilnehmenden werden angeregt Kurzfilmideen für den nächsten Tag zu überlegen und sich ggf. in Gruppen zusammen zu tun.

    Tag 2 – 25.August

    Vormittags
  • Selbstbeschränkung als kreativer Ausgangspunkt:
    Ich möchte den Teilnehmenden einen verantwortungsbewussten Umgang mit ihren eigenen, menschlichen und materiellen Ressourcen vermitteln, um ihr
    Filmschaffen von Anfang an auf einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Weg auszurichten. Dabei setze ich einen besonderen Schwerpunkt auf den achtsamen Umgang mit menschlichen Ressourcen, da diese dem Filmnachwuchs am unmittelbarsten zur Verfügung stehen und nach meiner
    Erfahrung häufig überstrapaziert werden. Der hohe Leistungs- und Wettbewerbsdruck führt oft zu ungesunden Arbeitsverhältnissen und zu ausufernden, unausgereiften Filmvorhaben, die langfristigen Schaden anrichten
    können und zugleich zu unbefriedigenden Ergebnissen führen. Deshalb möchte ich bereits in der Stoffentwicklung ansetzen und Filmschaffende dazu anregen, ihre Ideen sowohl inhaltlich als auch formal zu schärfen und dabei die verfügbaren Ressourcen bewusst zu berücksichtigen. Diesen Ansatz verstehe ich keineswegs als Einschränkung der eigenen Vision, sondern im Gegenteil als Ausgangspunkt für Kreativität, Innovation und die Entwicklung einer reflektierten künstlerischen Haltung.
  • Manifeste schreiben: In Gruppengesprächen und Übungen reflektieren die Teilnehmenden ihre Erzählhaltungen, ästhetischen Entscheidungen und Arbeitsweisen für ihre geplante Kurzfilmidee – unter Berücksichtigung ihrer
    Ressourcen – und entwickeln daraus individuelle Regeln, die ihre filmische Handschrift weiter schärfen.
  • Präsentation: Alle Manifeste und Filmideen werden vor der Gruppe präsentiert und die Ergebnisse diskutiert.

    Mittagspause

    Nachmittags
  • Dreh eines nonfiktionalen oder hybriden Kurzfilms, der auf dem Areal des Werkhofgartens oder seine unmittelbare Umgebung gedreht werden und dem eigenen Manifest entsprechen soll. Diese Beschränkung ist inspiriert von Agnès Vardas Dokumentarfilm DAGUERRÉOTYPES (1975) und ihrem selbstauferlegten „Manifest“ des 90-Meter-Kabels, das zu ihrem Haus führte. Der Film ist eine poetische und soziologische Liebeserklärung an die Menschen der Rue Daguerre im 14. Arrondissement von Paris, in der Varda jahrzehntelang lebte und arbeitete. Technische Vorgaben: Der Film darf max. 3-5 Minuten lang und chronologisch gedreht sein, dass heißt entweder in der Kamera geschnitten (Mini-DV-Kamera, oder Clips in chronologischer Reihenfolge aufgenommen) oder auf eine Filmrolle passen (z.b. Super 8 oder 16mm) – je nachdem welche Technik uns zur Verfügung steht.

    Abends
  • Filmvorführung / Präsentation: Am Ende des zweiten Tages sollen alle Filme nach Möglichkeit präsentiert und besprochen werden – bei Analogen Arbeiten werden stattdessen die Prozesse beschrieben und gemeinsam reflektiert;
    eine (öffentliche) Filmvorführung im Weltspiegel-Kino in Finsterwalde könnte zu einem späteren Zeitpunkt angesetzt werden
Datum:24. – 25. August 2026
Beginn:10 Uhr
Ende:18 Uhr
Ort:Biodiversitätsinsel Daberner Winkel nahe Sonnewalde
Partner:Schmalfilmtage, Rashomon e.V.
Robert Strauch von zukunftsFähig e.V.
Referentin:Britta Schoening

Die Veranstaltung ist kostenfrei und inkludiert ein kostenloses Mittagessen: Es wird einen kostenfreien Mittagstisch aus lokaler biologischer Permakultur geben.

Hier kann man sich dafür anmelden:

    Einfach vielfältig ist eine kostenfreie Veranstaltung, die anteilig vom Teilhabefonds gefördert wird. Um unsere Arbeit und das Projekt zu unterstützen, sind wir dankbar für Spenden auf das Vereinskonto vom zukunftsFähig e.V.

    Bei Fragen wenden Sie sich gerne an den Vorstand oder die Ansprechpartnerin dieser Veranstaltung Lea Hoffarth, (l.hoffarth-at- zukunftsfaehig.org)


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